Die FN FNX ist eine Pistole, die belgische Ingenieurskunst mit amerikanischer Marktkenntnis verbindet. Was sie besonders macht, ist die konsequente Umsetzung zweier Prinzipien: vollständige Ambidextrie aller Bedienelemente und eine Magazinkapazität, die in jedem Kaliber die Konkurrenz übertrifft. Besonders die FNX-45 Tactical hat sich als eine der besten taktischen Pistolen auf dem Markt etabliert, denn sie bietet 15 Schuss im Kaliber .45 ACP, mehr als jede andere Pistole in diesem Kaliber, dazu einen Gewindlauf für Schalldämpfer und eine ab Werk gefräste Schlittenoberfläche für Rotpunktvisiere. Diese Kombination aus Feuerkraft, Vielseitigkeit und Qualität macht die FNX zu einer ernstzunehmenden Wahl für anspruchsvolle Schützen.
Die Geschichte der FNX beginnt mit der FNP-Serie, die FN Herstal ab 2006 für den amerikanischen Markt entwickelte. Die FNP war eine solide, aber etwas konservative Konstruktion, die in einem von Glock und SIG dominierten Markt nicht den erhofften Durchbruch schaffte. 2009 stellte FN die überarbeitete FNX-Serie vor, die zahlreiche Verbesserungen brachte: einen ergonomischeren Griff mit austauschbaren Rückenstücken, vollständig ambidextre Bedienelemente und ein verfeinertes Abzugssystem. Der eigentliche Durchbruch kam 2012 mit der FNX-45 Tactical, die als Antwort auf das mittlerweile eingestellte US Joint Combat Pistol Programm entwickelt wurde. Dieses Programm suchte einen Ersatz für die Beretta M9 und verlangte unter anderem ein grosses Magazin im Kaliber .45 ACP, Schalldämpfertauglichkeit und die Möglichkeit zur Montage von Optiken. Obwohl das Programm ohne Sieger endete, hatte FN mit der FNX-45 Tactical ein Produkt geschaffen, das auf dem Zivilmarkt und bei Spezialkräften weltweit enormen Anklang fand. Die Waffe wurde das meistverkaufte taktische Pistolenmodell ihrer Klasse.
Die technischen Spezifikationen variieren je nach Modell. Die FNX-9 verschiesst 9x19mm aus einem 17-Schuss-Magazin, die FNX-40 nutzt .40 S&W mit 14 Schuss, und die FNX-45 bietet 15 Schuss .45 ACP. Der Lauf der Standard-FNX-9 misst 112 Millimeter, die FNX-45 Tactical hat einen verlängerten Gewindlauf mit 117 Millimetern. Das Gewicht der FNX-45 Tactical beträgt leer rund 866 Gramm, die Gesamtlänge der FNX-9 liegt bei 190 Millimetern. Das System arbeitet als Kurzhub-Rückstosslader mit modifiziertem Browning-Verschluss. Der Abzug ist ein DA/SA-System mit einem kombinierten Sicherungs- und Entkupplungshebel auf beiden Seiten. Im Double-Action-Modus ist der Abzugswiderstand lang und schwer, im Single-Action-Modus kurz und klar. Der Polymerrahmen nimmt austauschbare Rückenstücke in verschiedenen Grössen auf, die Zubehörschiene unter dem Lauf ist mit allen gängigen Lampen und Lasern kompatibel.
In der Schweiz ist die FN FNX eine Nischenwaffe, die vor allem Kenner anspricht. FN Herstal geniesst in der Schweiz einen exzellenten Ruf, nicht zuletzt wegen der langen Geschichte der Zusammenarbeit zwischen belgischen und Schweizer Waffenherstellern. Die FNX-45 Tactical hat auf dem Schweizer Markt eine kleine, aber treue Anhängerschaft unter Schützen gefunden, die eine vielseitige Grosskaliber-Pistole suchen. Für IPSC-Schützen in der Production Optics Division ist die FNX-45 Tactical eine interessante Option, da sie ab Werk Optics-Ready ist und die hohe Magazinkapazität im grossen Kaliber einen Vorteil bietet. Die 9mm-Version wird seltener nachgefragt, da in diesem Segment die Konkurrenz durch Glock, SIG und CZ übermächtig ist.
Was die Preise auf dem Schweizer Gebrauchtmarkt im Jahr 2026 angeht, sind FNX-Pistolen aufgrund ihrer relativen Seltenheit nicht immer einfach zu finden. Die FNX-9 in gutem Zustand wechselt den Besitzer für rund 600 bis 850 Franken, in sehr gutem Zustand für 850 bis 1100 Franken, und neuwertig für 1100 bis 1400 Franken. Die begehrte FNX-45 Tactical liegt deutlich höher: in gutem Zustand 1200 bis 1500 Franken, in sehr gutem Zustand 1500 bis 1900 Franken, und neuwertig 1900 bis 2400 Franken. Der Neupreis im Schweizer Fachhandel beträgt für die FNX-45 Tactical rund 1800 bis 2200 Franken, wobei die Verfügbarkeit schwanken kann, da FN die Produktion primär auf den amerikanischen Markt ausrichtet.
Beim Kauf einer gebrauchten FNX sollte man auf den Zustand des Polymerrahmens achten, insbesondere auf Risse an den Schlittenführungen, die bei intensivem Gebrauch auftreten können. Der Gewindlauf der Tactical-Version sollte auf seinem gesamten Gewinde unbeschädigt sein. Die Nachtvisierung mit Tritiumeinsätzen verliert mit der Zeit an Leuchtkraft, und nach etwa zehn Jahren ist ein Austausch empfehlenswert. Die Optics-Ready-Fräsung am Schlitten der Tactical-Version nimmt verschiedene Micro-Rotpunktvisiere auf, wobei die mitgelieferten Adapterplatten vorhanden sein sollten. Der DA/SA-Abzug sollte im SA-Modus klar und ohne Nachziehen brechen. Die Magazine sind robust, aber teuer im Ersatz.
Rechtlich unterliegt die FN FNX in der Schweiz dem normalen Waffenerwerbsschein. Als halbautomatische Faustfeuerwaffe fällt sie in die Kategorie der bewilligungspflichtigen Waffen. Der WES wird beim kantonalen Waffenbüro beantragt, die üblichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Der Gewindlauf ist in der Schweiz legal, solange kein Schalldämpfer montiert wird, da Schalldämpfer verboten sind. Die Montage eines Rotpunktvisiers ist ohne weitere Bewilligung möglich. Die Waffe darf auf bewilligten Schiessständen geschossen und auf direktem Weg in nicht schussbereitem Zustand transportiert werden.