Die Glock 17 ist die meistverkaufte Pistole der Welt und hat den modernen Pistolenbau wie kaum eine andere Waffe geprägt. Was 1982 als unkonventioneller Entwurf eines branchenfremden Ingenieurs begann, wurde innerhalb weniger Jahrzehnte zum globalen Standard für Militär, Polizei und Zivilisten. Die Kombination aus Polymerrahmen, Striker-Abzug und radikaler Einfachheit war revolutionär und ist bis heute das Konzept, an dem sich alle anderen Dienstpistolen messen lassen müssen. Auch in der Schweiz gehört die Glock 17 zu den beliebtesten Faustfeuerwaffen auf dem zivilen Markt.
Die Entstehungsgeschichte der Glock 17 ist ungewöhnlich. Gaston Glock, ein österreichischer Ingenieur und Unternehmer, der zuvor Vorhangstangen, Messergriffe und Feldspaten produzierte, erfuhr 1980 von der Ausschreibung des österreichischen Bundesheeres für eine neue Dienstpistole. Ohne jegliche Erfahrung im Waffenbau begann er, eine Pistole zu konstruieren, die alle Anforderungen der Ausschreibung optimal erfüllen sollte. Er befragte führende Schiesstrainer und Militärexperten und entwarf eine Waffe, die konsequent auf Einfachheit, Zuverlässigkeit und geringe Herstellungskosten ausgelegt war. Der Einsatz von Polymer für den Rahmen war zu dieser Zeit höchst unkonventionell und stiess zunächst auf Skepsis. 1982 gewann die Glock 17 jedoch die österreichische Ausschreibung gegen etablierte Hersteller wie SIG Sauer, Beretta und Heckler und Koch. Der Name 17 bezieht sich auf Glocks siebzehntes Patent, nicht auf die Magazinkapazität, obwohl das Standardmagazin zufälligerweise ebenfalls 17 Patronen fasst.
Technisch ist die Glock 17 ein Kurzhub-Rückstosslader mit modifiziertem Browning-Verschluss. Der Lauf verriegelt sich über einen rechteckigen Verriegelungsblock mit dem Schlitten und wird beim Rückstoss durch eine Steuerkurve abgekippt. Das Kaliber ist 9x19mm Parabellum. Der Lauf misst 114 mm, die Gesamtlänge beträgt 186 mm bei der aktuellen Gen5, und das Leergewicht liegt bei lediglich 625 Gramm, was die Glock 17 zu einer der leichtesten Full-Size-Pistolen macht. Das Safe-Action-Abzugssystem ist ein teilgespanntes Schlagbolzenschloss: Der Striker wird beim Durchladen nur teilweise gespannt und erst beim Betätigen des Abzugs vollständig gespannt und ausgelöst. Drei passive Sicherungen arbeiten zusammen: die Abzugssicherung (ein Hebel im Abzugszüngel, der gedrückt werden muss), die Schlagbolzensicherung (ein federbelasteter Stift, der den Striker blockiert, bis der Abzug fast vollständig durchgezogen ist) und die Fallsicherung (eine Raste, die den Abzugsstollen bei Erschütterung fixiert). Einen manuellen Sicherungshebel gibt es nicht. Die gesamte Pistole besteht aus nur 34 Teilen, weniger als jede andere moderne Dienstpistole.
Was die Glock 17 besonders macht, ist die kompromisslose Fokussierung auf Zuverlässigkeit und Einfachheit. In Dauertests hat die Glock 17 über 300'000 Schuss ohne Funktionsstörung überstanden. Sie funktioniert unter extremsten Bedingungen: nach Eintauchen in Schlamm, Sand, Salzwasser und bei Temperaturen von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius. Die Zerlegung zur Reinigung erfolgt werkzeuglos in Sekunden. Die Austauschbarkeit der Teile ist so hoch, dass Komponenten verschiedener Glock-17-Pistolen ohne Anpassung untereinander getauscht werden können. Der Polymerrahmen ist korrosionsfrei, leichter als Aluminium und absorbiert Rückstossenergie. Die Fertigungskosten sind dank des Spritzgussverfahrens für den Rahmen und der geringen Teilezahl niedrig, was sich in einem attraktiven Verkaufspreis niederschlägt.
Die Glock 17 hat im Laufe ihrer Geschichte fünf Generationen durchlaufen. Die Gen1 von 1982 war das Originalmodell mit glattem Griff. Die Gen2 von 1988 erhielt eine texturierte Griffoberfläche. Die Gen3 von 1998 führte Fingermulden und eine Picatinny-Rail für Lichtmodule ein. Die Gen4 von 2010 brachte austauschbare Griffrücken in verschiedenen Grössen und eine doppelseitige Magazinhalterung. Die aktuelle Gen5 von 2017 verzichtet auf die Fingermulden für universellere Ergonomie, hat einen verbesserten Lauf mit Marksman-Profil und eine leicht modifizierte Oberfläche des Schlittens. Neben der Standard-Glock-17 gibt es die Glock 17L mit verlängertem 153-mm-Lauf für Sportschützen, die Glock 17 MOS mit gefräster Schlittenoberseite für die Montage von Rotpunktvisieren und die Glock 17C mit Kompensatorschlitzen in Lauf und Schlitten zur Reduzierung des Mündungshochschlags.
Im Schweizer Kontext ist die Glock 17 eine der am häufigsten gehandelten Pistolen auf dem Gebrauchtmarkt. Sie wird von zahlreichen Sportschützen geschätzt, die ihre Zuverlässigkeit und die niedrigen Betriebskosten zu schätzen wissen. Auch im IPSC-Schiesssport ist die Glock 17 in der Production Division weit verbreitet. Einige kantonale Polizeikorps und Sicherheitsdienste setzen Glock-Pistolen ein. Die grosse Verbreitung hat zur Folge, dass Zubehör, Magazine und Ersatzteile in der Schweiz leicht verfügbar sind. Es existiert eine aktive Community von Glock-Schützen, und an den meisten Schweizer Schiessständen sind Glock-Pistolen regelmässig anzutreffen. Im Vergleich zu SIG-Pistolen gilt die Glock als das pragmatische, schnörkellose Arbeitswerkzeug, das ohne Allüren seinen Dienst verrichtet.
Die Preise für die Glock 17 auf dem Schweizer Markt 2026 gliedern sich in drei Stufen. In gutem Zustand, also voll funktionsfähig mit sichtbaren Gebrauchsspuren am Schlitten und Rahmen, aber intaktem Abzugssystem und sauberem Lauf, kostet eine Glock 17 CHF 450 bis 600. In sehr gutem Zustand, mit minimalen Tragespuren und gepflegtem Gesamteindruck, liegen die Preise bei CHF 600 bis 800. Neuwertige oder kaum geschossene Exemplare, insbesondere die Gen5 oder die MOS-Variante, erzielen CHF 800 bis 1'000. Der Neupreis für eine Glock 17 Gen5 liegt in der Schweiz 2026 bei rund CHF 750 bis 900, die MOS-Variante bei CHF 850 bis 1'050. Die Glock 17 gehört damit zu den preisgünstigsten hochwertigen Full-Size-Pistolen auf dem Markt.
Beim Kauf einer gebrauchten Glock 17 gibt es einige Punkte zu beachten. Der Polymerrahmen sollte auf Risse geprüft werden, insbesondere an den Schienennuten und im Bereich der Verschlussfanghebel-Aufnahme. Der Schlitten sollte auf übermässigen Verschleiss an der Innenseite und an den Verriegelungsflächen kontrolliert werden. Der Lauf sollte scharfe Züge und Felder aufweisen. Der Abzug muss sauber zurücksetzen und der Striker-Reset deutlich spürbar sein. Bei Gen3-Modellen und älter kann die Abzugsstangenfeder ermüdet sein, was sich in einem schwammigen Abzugsgefühl äussert. Originalteile von Glock sind günstig und leicht erhältlich, was Reparaturen und Wartung unkompliziert macht. Magazine sollten auf korrekten Sitz und einwandfreie Zuführung geprüft werden. Aftermarket-Modifikationen wie geänderte Abzüge oder Stipplings am Griff können den Wiederverkaufswert sowohl positiv als auch negativ beeinflussen, je nach Geschmack des Käufers.
Der Erwerb einer Glock 17 in der Schweiz erfordert einen Waffenerwerbsschein (WES), wie bei allen Faustfeuerwaffen. Der WES wird beim kantonalen Waffenbüro des Wohnkantons beantragt. Die Voraussetzungen sind Volljährigkeit, ein sauberes Strafregister und keine Hinweise auf Gefährdung. Die Bearbeitungszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen. Nach dem Erwerb muss die Waffe sicher aufbewahrt werden, idealerweise in einem Waffenschrank oder zumindest getrennt von der Munition. Für den Transport zum Schiessstand gelten die üblichen Regeln: entladen, in einer geschlossenen Tasche oder einem Koffer, auf direktem Weg. Die 9mm-Munition ist in der Schweiz über den Fachhandel und an Schiessständen frei erhältlich. Magazine jeder Kapazität sind in der Schweiz legal erwerbbar, was die Glock 17 mit optionalen 19-, 24- oder 33-Schuss-Magazinen zu einer äusserst vielseitigen Plattform macht.