Die Walther PPQ (Police Pistol Quick Defence) hat sich seit ihrer Einführung 2011 den Ruf erarbeitet, den besten Serienabzug aller Polymerrahmen-Pistolen zu besitzen. Was sie besonders macht, ist der legendäre Quick-Defence-Abzug mit nur 9mm Abzugsweg und einem extrem kurzen, taktil klar spürbaren Reset von circa 2,5mm. Dieses Abzugsverhalten ermöglicht schnelle, präzise Folgeschüsse, wie sie sonst nur mit aufwendig getunten Wettkampfpistolen möglich sind — und das ab Werk. Dazu kommt eine Ergonomie, die von nahezu allen Testern als herausragend bewertet wird. Die PPQ liegt in der Hand, als wäre sie dafür gegossen worden.
Die Geschichte der Walther PPQ ist die Geschichte einer konsequenten Destillation. Walther hatte mit der P99 QA (Quick Action) ein Abzugskonzept entwickelt, das bei Sportschützen beliebt war: ein teilgespannter Striker mit konstantem, kurzem Abzugsweg. Bei Behörden fehlte jedoch die zweite Abzugslänge des Anti-Stress-Systems, was die QA-Version für den Polizeidienst weniger attraktiv machte. 2011 nahm Walther das Beste aus der P99 QA — den kurzen, knackigen Abzug und die hervorragende Ergonomie — und destillierte es in ein neues, eigenständiges Modell: die PPQ. Der Name knüpft bewusst an die Tradition der Walther-Polizeipistolen an (PP, PPK, PPQ). Die erste Generation (M1) behielt den europäischen Paddle-Magazinlöser am Abzugsbügel bei. 2013 folgte die M2 mit dem weltweit bevorzugten Druckknopf-Magazinlöser, die zum Standardmodell wurde. 2017 kam die PPQ Q5 Match als Wettkampfversion mit 5-Zoll-Lauf auf den Markt und bewies, dass das PPQ-System auch für den ernsthaften Schiesssport taugt. 2021 wurde die PPQ offiziell durch die PDP (Performance Duty Pistol) abgelöst, die ab Werk Optics-Ready ist und den PPQ-Abzug in leicht modifizierter Form weiterführt.
Technisch ist die Walther PPQ ein Kurzhub-Rückstosslader mit modifiziertem Browning-Verschluss und Schlagbolzenschloss (Striker). Das Kaliber ist primär 9x19mm Parabellum, es gibt auch Versionen in .40 S&W und .45 ACP. Die Lauflänge beträgt 102mm, die Gesamtlänge 180mm und das Leergewicht 615 Gramm. Das Magazin fasst 15 Schuss in der M1-Version und 15 oder 17 Schuss in der M2, je nach Magazinvariante. Das Herzstück ist der Quick-Defence-Abzug mit einem Gewicht von circa 2,5 Kilogramm. Der Abzugsweg beträgt nur 9mm bis zum Druckpunkt, und der Reset — also der Weg, den der Abzug nach dem Schuss zurücklegen muss, bevor er erneut ausgelöst werden kann — liegt bei nur 2,5mm. Dieser kurze Reset ist der Schlüssel zu den schnellen Folgeschüssen, für die die PPQ berühmt ist. Im Vergleich: Eine Glock hat einen Reset von circa 5 bis 6mm. Die Ergonomie wird durch den tief ansetzenden Griffwinkel, die texturierte Oberfläche und die austauschbaren Griffrücken bestimmt. Eine Picatinny-Schiene am Rahmen erlaubt die Montage von Lampen und Lasern.
Im Schweizer Kontext hat die Walther PPQ eine feste Fangemeinde, besonders unter Sportschützen, die den Abzug als entscheidendes Kriterium betrachten. In der IPSC Production Division ist die PPQ eine ernst zu nehmende Alternative zur dominierenden Glock 34, wobei sie dank ihres Abzugs bei Präzisionsaufgaben Vorteile bietet. An Schweizer Schiesständen trifft man die PPQ regelmässig an, und der Nachfolger PDP gewinnt zunehmend an Marktanteilen. Schweizer Waffenhändler führen die PDP als aktuelles Modell an Lager, während die PPQ nur noch gebraucht erhältlich ist. Für Schützen, die von der Glock kommen und einen besseren Abzug suchen, ohne auf die Zuverlässigkeit einer modernen Polymer-Pistole zu verzichten, ist die PPQ eine hervorragende Wahl. Die Q5 Match hat sich als bezahlbare Wettkampfpistole etabliert und wird an Schweizer IPSC-Matches regelmässig eingesetzt.
Die wichtigsten Varianten umfassen die PPQ M1 mit dem europäischen Paddle-Magazinlöser, die PPQ M2 mit Druckknopf-Magazinlöser als meistverkaufte Version, die PPQ SC (Subcompact) als verkürzte Variante mit 10 Schuss Kapazität und die PPQ Q5 Match als Wettkampfversion mit 5-Zoll-Lauf, verlängertem Schlitten und verbesserter Visierung. Die Nachfolgerin PDP ist ab Werk Optics-Ready und verfügt über den sogenannten Performance Duty Trigger, der den PPQ-Abzug weiter verfeinert.
Der Preisguide für den Schweizer Markt 2026 zeigt folgendes Bild: Gebrauchte PPQ M2 in gutem Zustand mit normalen Gebrauchsspuren werden für CHF 400 bis 550 gehandelt. Exemplare in sehr gutem Zustand mit wenig Schusszahlen erzielen CHF 550 bis 700. Neuwertige PPQ, falls noch verfügbar, liegen bei CHF 700 bis 850. Die Q5 Match erzielt höhere Preise — gebraucht in gutem Zustand CHF 600 bis 750, in sehr gutem Zustand CHF 750 bis 900, neuwertig CHF 900 bis 1'100. Die Nachfolgerin PDP ist fabrikneu beim Schweizer Händler ab circa CHF 700 bis 850 erhältlich, die PDP Pro SD ab CHF 950. Originalmagazine für die PPQ kosten CHF 35 bis 50.
Beim Kauf einer gebrauchten Walther PPQ zunächst die Version identifizieren — M1 oder M2 — da sich der Magazinlöser grundlegend unterscheidet und Magazine nicht zwischen den Versionen austauschbar sind. Den Abzug besonders sorgfältig prüfen: Der Reset muss kurz, knackig und konsistent sein. Ein weicher oder ungleichmässiger Reset kann auf verschlissene Abzugskomponenten hindeuten. Den Lauf auf Verschleiss kontrollieren, wobei die PPQ als langlebig gilt. Die Schlittenführungsschienen im Polymerrahmen auf Verschleiss prüfen. Die austauschbaren Griffrücken auf korrekten Sitz testen. Magazine auf korrekte Zuführung prüfen — die PPQ ist beim Magazinzustand etwas empfindlicher als die Glock. Wer zukunftssicher kaufen will, sollte die PDP in Betracht ziehen, da sie als aktuelles Modell eine bessere langfristige Ersatzteilversorgung bietet.
Rechtlich unterliegt die Walther PPQ in der Schweiz dem Waffenerwerbsschein (WES). Der Erwerb ist für Schweizer Bürger und Personen mit Niederlassungsbewilligung C über den regulären WES-Prozess möglich. Ein aktueller Strafregisterauszug ist erforderlich, und es darf kein Waffenerwerbsverbot bestehen. Die PPQ ist als halbautomatische Handfeuerwaffe ohne Einschränkungen erwerbbar — weder für die Standard- noch für die Q5-Match-Version braucht es eine Ausnahmebewilligung.