Die Glock 34 ist Glocks Antwort auf die Anforderungen des Wettkampfschiessens und hat sich seit ihrer Einführung 1998 zur dominierenden Pistole in der IPSC Production Division entwickelt. Was sie besonders macht, ist die konsequente Optimierung der bewährten Glock-Plattform für Präzision und schnelle Folgeschüsse. Der verlängerte Lauf und Schlitten bieten einen längeren Sichtradius und eine ruhigere Schwingungscharakteristik, während der leichtere Schlitten den Rückstoss reduziert und schnellere Zielaufnahme ermöglicht. Die G34 beweist, dass das Glock-System nicht nur als robuste Dienstwaffe taugt, sondern auch im Wettkampf auf höchstem Niveau bestehen kann.
Die Entstehungsgeschichte der Glock 34 ist eng mit dem Aufstieg des dynamischen Schiessens verbunden. Ende der 1990er-Jahre erkannte Glock, dass die Standard-G17 im Wettkampfbereich gegen spezialisierte Sportpistolen wie die CZ 75 Shadow, die Beretta 92 Stock oder die Tanfoglio Stock kaum konkurrenzfähig war. Diese Waffen boten längere Visierlinien, bessere Abzüge und geringeren Rückstoss. Glocks Lösung war elegant simpel: ein verlängerter Schlitten auf dem bewährten G17-Rahmen, kombiniert mit einem erleichterten Abzug. 1998 wurden die G34 im Kaliber 9x19mm und die G35 im Kaliber .40 S&W gleichzeitig vorgestellt. Der Erfolg war durchschlagend — innerhalb weniger Jahre dominierte die G34 die IPSC Production Division weltweit. Das lag nicht nur an der Waffe selbst, sondern auch am riesigen Aftermarket-Angebot. Tuner und Zubehörhersteller entwickelten Abzugsverbesserungen, Visierungen, Griffbearbeitungen und Kompensatoren speziell für die G34. Heute ist die Glock 34 Gen5 MOS die meistverwendete Pistole in der Production Division — sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Technisch basiert die Glock 34 auf dem identischen modifizierten Browning-Kurzrücklaufsystem wie alle Glock-Modelle, wurde aber gezielt für den Wettkampf angepasst. Das Kaliber ist 9x19mm Parabellum. Die Lauflänge beträgt 135mm — 21mm mehr als bei der G17 — und die Gesamtlänge 207mm. Das Leergewicht liegt bei 650 Gramm. Der entscheidende Vorteil ist die Visierlänge von 172mm gegenüber 153mm bei der G17. Diese zusätzlichen 19mm Sichtradius machen sich besonders auf grössere Distanzen bemerkbar, wo kleine Visierfehler stärker ins Gewicht fallen. Der Schlitten ist durch grosszügige Ausfräsungen leichter als bei der G17, was den gefühlten Rückstoss reduziert und ein schnelleres Zurückschwingen ins Ziel ermöglicht. Ab Werk wird die G34 mit einem erleichterten Abzug von circa 2 Kilogramm ausgeliefert, im Vergleich zu den üblichen 2,5 Kilogramm bei der G17. Die Gen5-MOS-Version bietet zusätzlich die Optik-Schnittstelle für Rotpunktvisiere, austauschbare Griffrücken und den Marksman-Lauf mit polygonalem Profil.
Im Schweizer Kontext ist die Glock 34 die erste Wahl für Sportschützen, die in der IPSC Production oder Production Optics Division antreten. Schweizer IPSC-Schützen sind international erfolgreich, und viele von ihnen setzen auf die G34. Die Schweizer Sektion des IPSC-Verbandes verzeichnet stetig wachsende Mitgliederzahlen, und an den nationalen Meisterschaften ist die G34 das am häufigsten verwendete Modell. Auch für das statische Sportschiessen auf 25 und 50 Meter eignet sich die G34 hervorragend — die längere Visierlinie und der ruhigere Haltepunkt zahlen sich auf diese Distanzen besonders aus. Wer sich ernsthaft mit dem Pistolenschiessen beschäftigen will, findet in der G34 einen zuverlässigen Partner, der bei Bedarf mit Aftermarket-Teilen wie verbessertem Abzug, Fiberoptik-Visierung oder Rotpunktvisier weiter aufgerüstet werden kann. Schweizer Waffenhändler führen die G34 Gen5 MOS in der Regel an Lager, und die Versorgung mit Ersatzteilen und Zubehör ist hervorragend.
Neben der Standard-G34 gibt es die Glock 35 in .40 S&W, die in der IPSC Standard Division eingesetzt wird, und die Glock 41 in .45 ACP. Die Gen5-MOS-Variante ist heute der Standard für Wettkampfschützen, da die ab Werk integrierte Optik-Schnittstelle einen soliden und repetierbaren Sitz für Rotpunktvisiere gewährleistet. Im Aftermarket-Bereich sind vor allem verbesserte Abzugssysteme von Herstellern wie Timney, Overwatch Precision oder Agency Arms beliebt, ebenso wie erweiterte Magazinhalter und Magwells für schnellere Nachladungen.
Der Preisguide für den Schweizer Markt 2026 sieht wie folgt aus: Gebrauchte Glock 34 in gutem Zustand mit normalen Gebrauchsspuren aus dem Wettkampfbetrieb werden für CHF 500 bis 650 gehandelt. Exemplare in sehr gutem Zustand mit moderaten Schusszahlen und intaktem Finish erzielen CHF 650 bis 800. Neuwertige oder wenig geschossene G34 Gen5 MOS liegen bei CHF 800 bis 1'000. Fabrikneue Glock 34 Gen5 MOS sind beim Schweizer Händler ab etwa CHF 900 bis 1'050 erhältlich. Ältere Generationen (Gen3, Gen4) sind günstiger, wobei Gen3-Modelle oft unter CHF 500 zu finden sind. Wettkampfmässig aufgerüstete G34 mit Custom-Abzug, Visierung und Stippling können je nach Ausbaustufe CHF 1'200 bis 1'800 erzielen.
Beim Kauf einer gebrauchten Glock 34 sollte man bedenken, dass viele Exemplare aus dem Wettkampfbetrieb kommen und entsprechend hohe Schusszahlen aufweisen können. Den Lauf auf Verschleiss prüfen — bei Wettkampfpistolen sind 20'000 bis 50'000 Schuss keine Seltenheit. Die Schlittenführungsschienen kontrollieren, da die häufigen Schlitten-Zyklen im Trockentraining Verschleiss verursachen können. Den Abzug auf Konsistenz prüfen — viele Wettkampf-G34 haben modifizierte Abzüge, die nicht immer fachgerecht eingebaut wurden. Falls ein Aftermarket-Abzug verbaut ist, dessen Hersteller und Einbauqualität überprüfen. Die MOS-Plattform auf Beschädigungen der Optik-Schnittstelle kontrollieren, da häufiges Wechseln von Visieren die Gewinde belasten kann. Originalmagazine bevorzugen und auf Risse in den Magazinlippen achten, besonders bei stark genutzten Wettkampfmagazinen.
Rechtlich unterliegt die Glock 34 in der Schweiz dem Waffenerwerbsschein (WES). Der Erwerb ist für Schweizer Bürger und Personen mit Niederlassungsbewilligung C über den normalen WES-Prozess möglich. Ein aktueller Strafregisterauszug und die Bestätigung, dass kein Waffenerwerbsverbot besteht, sind erforderlich. Die Glock 34 ist als halbautomatische Handfeuerwaffe ohne Einschränkungen erwerbbar — es braucht keine Ausnahmebewilligung oder Sondergenehmigung.