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HK Mk23 SOCOM

Für US SOCOM entwickelt. Schwerste Serienpistole — 1,2 kg — mit .45 ACP und 12+1 Schuss.

Veröffentlicht: · Aktualisiert: · Autor: GunMarket.ch Redaktion

PistoleHK4 Min. Lesezeit

Technische Daten

Hersteller
HK
Baujahr
1996
Kategorie
Pistole
Rechtsstatus CH
WES-pflichtig (Kat. B)
Kaliber
.45 ACP

Die Heckler und Koch Mk 23 ist eine der aussergewöhnlichsten Pistolen, die je in Serie gefertigt wurden. Was sie so besonders macht, ist ihr Ursprung: Sie wurde nicht als Kompromiss zwischen verschiedenen Anforderungen geboren, sondern als kompromissloses Werkzeug für eine einzige Aufgabe. Das US Special Operations Command wollte eine Offensivwaffe, die Spezialeinheiten als primäre Kampfwaffe einsetzen konnten, nicht bloss als Backup. Das Ergebnis ist eine Pistole, die in Sachen Grösse, Gewicht und Robustheit alles überragt, was je für eine Militäreinheit gebaut wurde.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Mk 23 beginnt 1991, als USSOCOM das Programm Offensive Handgun Weapon System ausschrieb. Die Anforderungen waren extrem: Die Pistole musste in .45 ACP kalibriert sein, mindestens 10 Schuss fassen, einen Schalldämpfer und ein Lasermodul aufnehmen können, und sie musste Salzwasser, Sand, Schlamm sowie extreme Temperaturen überleben. Heckler und Koch in Oberndorf am Neckar gewann den Wettbewerb 1996 gegen Colt. Die Waffe wurde als Mk 23 Mod 0 bei den Navy SEALs, Delta Force und weiteren Spezialeinheiten eingeführt. Obwohl sie im Einsatz teilweise durch kompaktere Waffen wie die HK45C ersetzt wurde, bleibt sie bis heute offiziell im Inventar der US-Spezialkräfte.

Technik & Funktion

Technisch basiert die Mk 23 auf einem modifizierten Browning-Kipplaufsystem mit Kurzhub-Rückstossladerung. Der Lauf hat eine Länge von 149 Millimetern und trägt ein Gewinde zur Aufnahme des Knights Armament Company Schalldämpfers. Das Magazin fasst 12 Patronen im Kaliber .45 ACP, und die Waffe ist für den dauerhaften Beschuss mit +P-Munition ausgelegt. Das Gesamtgewicht beträgt leer rund 1210 Gramm, die Gesamtlänge ohne Schalldämpfer 245 Millimeter. Der Abzug arbeitet im DA/SA-Modus mit einem ambidextren Sicherungs- und Entkupplungshebel. Unter dem Lauf befindet sich eine proprietäre Schiene für das Insight LAM, ein kombiniertes Laser- und Lichtmodul. Im berühmten USSOCOM-Test überstand die Mk 23 dreissigtausend Schuss ohne eine einzige Funktionsstörung, was damals kein anderes Waffensystem geschafft hatte.

Schweizer Kontext

In der Schweiz ist die Mk 23 eine Randerscheinung, aber sie hat eine treue Fangemeinde unter Sammlern und Schützen, die das Besondere suchen. Da die Waffe nie als Ordonnanzwaffe eines Landes eingeführt wurde, das einen engen Bezug zur Schweiz hat, fehlt die historische Verbindung, die etwa bei der SIG P220 oder der Parabellum-Pistole besteht. Dennoch taucht sie gelegentlich auf dem Schweizer Markt auf, meist als kaum geschossenes Sammlerstück. Schweizer Schützen schätzen die Mk 23 vor allem für das Schiessen auf dem 25-Meter-Stand, wo die Kombination aus schwerem Gewicht, langem Lauf und gutem SA-Abzug bemerkenswerte Präzision ermöglicht. Die Grösse macht sie allerdings für sportliche Disziplinen unpraktisch, und für die Jagd kommt sie aufgrund des Kalibers kaum in Frage.

Was die Preise auf dem Schweizer Markt betrifft, muss man zwischen der militärischen Mk 23 und der zivilen Mark 23 unterscheiden. Echte Militärversionen mit Parkerized-Finish und Maritime-Behandlung sind in der Schweiz extrem selten und erzielen Sammlerpreise. Für die zivile HK Mark 23 gelten folgende Richtwerte im Jahr 2026: Ein Exemplar in gutem Zustand mit normalen Gebrauchsspuren wechselt den Besitzer für ungefähr 2200 bis 2600 Franken. In sehr gutem Zustand, also mit minimalen Tragespuren und einem gepflegten Lauf, sind 2600 bis 3200 Franken realistisch. Neuwertige Exemplare, die kaum oder nie geschossen wurden und idealerweise noch mit Originalbox und Zubehör kommen, können 3200 bis 3800 Franken und mehr erzielen. Die Neupreise lagen beim Schweizer Fachhandel zuletzt bei rund 3500 bis 4000 Franken, sofern die Waffe überhaupt lieferbar war, da HK die Produktion immer wieder unterbricht.

Markt & Preise

Beim Kauf einer Mk 23 auf dem Gebrauchtmarkt sollte man einige Punkte beachten. Der O-Ring am Lauf, der die Mündung im Schlitten zentriert, ist ein Verschleissteil und sollte geprüft werden. Ersatz-O-Ringe kosten nur wenige Franken, aber ein fehlender oder beschädigter Ring kann die Präzision beeinträchtigen. Die Gewindeschutzhülse am Lauf sollte vorhanden und unbeschädigt sein, da Ersatz schwer zu beschaffen ist. Die Polymerbeschichtung des Rahmens ist sehr widerstandsfähig, aber an den Griffkanten kann sie sich nach intensivem Gebrauch lösen. Der Abzug sollte im SA-Modus klar und sauber brechen, ohne Kriechweg. Im DA-Modus ist der Abzug lang, aber gleichmässig. Die Magazine sind teuer und nicht immer einfach zu beschaffen. Idealerweise kauft man ein Exemplar mit mindestens zwei Magazinen.

Der rechtliche Status in der Schweiz ist klar geregelt. Die HK Mk 23 beziehungsweise Mark 23 fällt als halbautomatische Faustfeuerwaffe unter die Kategorie der bewilligungspflichtigen Waffen. Für den Erwerb benötigt man einen Waffenerwerbsschein, der beim kantonalen Waffenbüro beantragt wird. Die Voraussetzungen sind die üblichen: Schweizer Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung C, kein Eintrag im Strafregister für Gewaltdelikte, kein Hinweis auf Selbst- oder Fremdgefährdung. Der WES ist innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung zu nutzen und berechtigt zum Kauf einer einzelnen Waffe. Für das Schiessen auf bewilligten Schiessständen ist keine weitere Bewilligung erforderlich. Der Transport hat auf direktem Weg und in nicht schussbereitem Zustand zu erfolgen. Ein Schalldämpfer, wie er zum System der Mk 23 gehört, ist in der Schweiz verboten und darf weder besessen noch eingeführt werden.

Kommentare & Erfahrungen

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