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Springfield Hellcat

Micro-9mm mit 11+1 Schuss. Optics-Ready ab Werk. Direktkonkurrent zur P365.

Veröffentlicht: · Aktualisiert: · Autor: GunMarket.ch Redaktion

PistoleSpringfield Armory4 Min. Lesezeit

Technische Daten

Hersteller
Springfield Armory
Baujahr
2019
Kategorie
Pistole
Rechtsstatus CH
WES-pflichtig (Kat. B)
Kaliber
9×19mm

Die Springfield Hellcat ist die Antwort auf die Frage, wie viel Feuerkraft in eine Pistole passt, die kaum grösser ist als eine Handfläche. Was sie besonders macht, ist die Kombination aus extremer Kompaktheit und einer Magazinkapazität von 11 Schuss im Kaliber 9x19mm, die bei ihrer Einführung 2019 einen neuen Rekord für Mikropistolen setzte. Dazu kam als Branchenneuheit die OSP-Version, die als erste Mikropistole überhaupt ab Werk einen gefrästen Schlitten für die Montage von Micro-Rotpunktvisieren anbot. Die aggressive Grifftextur, die kontrastreiche U-Dot-Visierung und ein überraschend guter Abzug für eine Waffe dieser Grössenklasse runden das Paket ab.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Hellcat ist eine Geschichte des Wettbewerbs. Als SIG Sauer 2018 mit der P365 den Markt für Mikrokompaktpistolen aufmischte, reagierten die Konkurrenten schnell. Springfield Armory, ein Unternehmen aus Geneseo, Illinois, das trotz seines historischen Namens keine direkte Verbindung zur legendären Springfield Armory des US-Militärs hat, stellte im September 2019 die Hellcat vor. Der Name war klug gewählt und erinnerte an die aggressiven Dodge-Muscle-Cars. Die Hellcat bot mit 11 Schuss im bündig abschliessenden Magazin einen Schuss mehr als die P365 und war dabei sogar noch einen Hauch kompakter. Die OSP-Version, deren Kürzel für Optical Sight Pistol steht, setzte einen weiteren Akzent, indem sie die Montage von Micro-Rotpunktvisieren wie dem Shield RMSc oder dem JP Enterprises JPoint ohne Adapter ermöglichte. 2022 erweiterte Springfield die Familie um die Hellcat Pro, eine grössere Version mit 15 Schuss und Compact-Abmessungen, die den Sprung in eine andere Grössenklasse vollzog. Die Hellcat RDP folgte mit integriertem Kompensator und vorinstalliertem Hex Wasp Rotpunktvisier als Komplettsystem für anspruchsvolle Anwender.

Technik & Funktion

Die technischen Daten der Hellcat im Detail: Das Kaliber ist 9x19mm, das System ein Kurzhub-Rückstosslader mit Schlagbolzenschloss. Das Basismagazin fasst 11 Schuss, das verlängerte Magazin 13 Schuss. Der Lauf misst 76 Millimeter, die Gesamtlänge beträgt 152 Millimeter, und das Gewicht liegt bei 530 Gramm leer. Die Breite von 25,4 Millimetern entspricht der der SIG P365. Der Abzug hat einen flachen Abzugzüngel mit einem integrierten Sicherungshebel und bricht nach einem kurzen, leichten Vorweg klar. Der Reset ist kurz und taktil spürbar. Die serienmässige U-Dot-Visierung besteht aus einem U-förmigen Kimmeneinschnitt und einem grossen Tritium-Leuchtpunkt auf dem Korn, was eine sehr schnelle Zielerfassung ermöglicht. Die Grifftextur ist deutlich aggressiver als bei den meisten Konkurrenten und bietet auch mit nassen oder verschwitzten Händen sicheren Halt. Die Zubehörschiene unter dem Staubschutzblech nimmt kompakte Waffenlampen auf.

Schweizer Kontext

In der Schweiz ist die Springfield Hellcat weniger bekannt als die Konkurrenzmodelle von SIG oder Glock, was hauptsächlich daran liegt, dass Springfield Armory in Europa keine starke Vertriebspräsenz hat. Die Waffe muss über spezialisierte Importeure bezogen werden, was die Verfügbarkeit einschränkt und die Preise in die Höhe treibt. Dennoch hat die Hellcat auf dem Schweizer Markt ihre Abnehmer gefunden, vor allem unter Schützen, die bereits mit amerikanischen Waffen vertraut sind und die Vorzüge des Modells schätzen. Auf dem Schiessstand überrascht die Hellcat durch ihre Präzision auf 25 Meter, die für eine Waffe mit nur 76 Millimeter Lauflänge bemerkenswert ist. Die aggressive Grifftextur wird von manchen Schützen als unangenehm empfunden, insbesondere bei längeren Trainingssessions, kann aber mit einem Handschuh oder einer Griffhülle gemildert werden.

Was die Preise auf dem Schweizer Gebrauchtmarkt im Jahr 2026 betrifft, muss man berücksichtigen, dass Springfield-Produkte in der Schweiz selten sind und daher tendenziell höhere Preise erzielen als in den USA. Eine Hellcat im Standardmodell in gutem Zustand wechselt den Besitzer für rund 550 bis 750 Franken. In sehr gutem Zustand sind 750 bis 1000 Franken realistisch. Neuwertige Exemplare mit Originalbox und allen Beilagen können 1000 bis 1300 Franken kosten. Die OSP-Version liegt in der Regel 50 bis 100 Franken über dem Standardmodell. Die Hellcat Pro erzielt ähnliche Preise in der Compact-Klasse. Im Schweizer Fachhandel, sofern die Waffe überhaupt verfügbar ist, liegt der Neupreis bei rund 800 bis 1100 Franken für die Basisversion und 900 bis 1200 Franken für die OSP.

Kaufberatung

Beim Kauf einer gebrauchten Hellcat sollte man auf einige Punkte achten. Die aggressive Grifftextur kann bei intensivem Gebrauch abgenutzt sein, was den Halt verschlechtert. Der Schlitten sollte auf Verschleissspuren an den Führungsschienen geprüft werden. Die U-Dot-Visierung ist robust, aber die Tritiumeinsätze verlieren über die Jahre an Leuchtkraft. Bei der OSP-Version sollte man prüfen, ob die Adapterplatte für das gewünschte Rotpunktvisier vorhanden ist und ob die Schrauben korrekt angezogen sind, da lose Optik-Schrauben ein häufiges Problem bei nachgerüsteten Visieren sind. Die Magazine der Hellcat sind spezifisch und nicht mit anderen Springfield-Modellen austauschbar. Ersatzmagazine sind in der Schweiz schwerer zu beschaffen als bei den gängigeren Marken.

Rechtlich fällt die Springfield Hellcat in der Schweiz unter die bewilligungspflichtigen Waffen, für deren Erwerb ein Waffenerwerbsschein erforderlich ist. Die üblichen Voraussetzungen für den WES gelten. Die Waffe darf auf bewilligten Schiessständen geschossen werden, und der Transport hat in nicht schussbereitem Zustand auf direktem Weg zu erfolgen. Es gibt keine besonderen Einschränkungen für diese Waffe in der Schweiz. Eine Waffentragbewilligung für das Führen in der Öffentlichkeit wird nur unter strengen Voraussetzungen erteilt und kommt für die meisten Privatpersonen nicht in Frage.

Kommentare & Erfahrungen

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