Walther P99 — Deutscher Striker-Pionier
Die Walther P99 wurde 1997 als moderne Polymerrahmen-Pistole vorgestellt und war Walthers Antwort auf die Glock-Dominanz. Sie führte das innovative AS-Abzugssystem (Anti-Stress) ein und wurde bekannt als neue James-Bond-Pistole ab "Tomorrow Never Dies" (1997).
Geschichte
Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Auslaufen der PP-Serie verlor Walther Marktanteile an Glock und SIG Sauer. 1994 begann die Entwicklung einer völlig neuen Pistole. 1997 wurde die P99 vorgestellt — Walthers erste Polymer-Pistole und zugleich die erste Striker-Fired-Pistole mit austauschbaren Griffrücken. Zahlreiche deutsche Polizeien übernahmen sie als Dienstwaffe (u. a. Nordrhein-Westfalen, Bayern). Die Produktion endete 2024 — als Nachfolger gilt die PDP.
Technische Daten
- Kaliber: 9×19mm (auch .40 S&W)
- System: Kurzhub-Rückstosslader, Schlagbolzenschloss
- Magazin: 15 Schuss (9mm), 12 (.40 S&W)
- Lauflänge: 102mm
- Gesamtlänge: 180mm
- Gewicht: 630g (leer)
Besonderheiten
Das AS-Abzugssystem kombiniert drei Abzugsmodi: langer DA-Erstschuss (ca. 4,5 kg), kurzer SA-Folgeschuss (ca. 2 kg) und Anti-Stress-Modus — durch Drücken des Entkupplungsknopfes kehrt der Abzug in den langen DA-Modus zurück. Drei austauschbare Griffrücken für unterschiedliche Handgrössen waren 1997 revolutionär — Glock übernahm dieses Konzept erst 2010.
Varianten
- P99 AS: Anti-Stress Standard
- P99 DAO: Nur Double-Action
- P99 QA: Quick Action (teilgespannt, konstanter Abzugsweg)
- P99 RAD: Behördenversion der deutschen Polizei
Rechtsstatus Schweiz
Waffenerwerbsschein (WES) erforderlich.